Fortschritt


Labor- & Freiluftzucht

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Wir begannen mit einer kleinen Startkultur und züchteten diese im Labor. Nach wenigen Tagen vermehrte sich diese bereits äußerst rasant, was es uns ermöglichte, auf eine Freiluftzucht umzusteigen. Nach dem erstaunlichen Wachstum pachteten wir ein 100qm Grundstück, wo wir mehrere 5.000 Liter Spirulinazuchtbecken errichteten. Die Zucht gestaltet sich als sehr kosteneffektiv und einfach. An sich wird nicht mehr als Holz, Schrauben, eine Kunststoffplane, die Spirulina-Startkultur und Dünger benötigt. Dieses 10qm Zuchtbecken verfügt nach unseren Hochrechnungen über einen Ernteertrag von ca. 20g Spirulina pro Tag. Hiermit konnten wir zeigen, dass wir Spirulina sogar in Regensburg züchten können. Jedoch wäre die optimale Zuchttemperatur von ca. 37°C um einiges ertragreicher gewesen. Somit war ein sehr spärliches Wachstum zu begutachten, meist lag die Wassertemperatur um die 15-20°C. Einer Zucht in Regensburg im großen Stile ist deshalb natürlich abzuraten. Jedoch gibt es einige interessante Projekte, die neben einer Biogasanlage Spirulina in Deutschland züchten. Die Abwärme und die übrig bleibenden Salze helfen sehr bei der Zucht von Spirulina.

Partnerschaften

Mit Pater Avelino vor Ort in Nariokotome konnten wir einen ausgezeichneten Partner gewinnen, der uns nicht nur eine Unterkunft und ein Grundstück stellt, sondern auch viel zeigen und erklären konnte und das Projekt hervorragend unterstützt. Mit Alfred Seyee haben wir einen kenianischen Spirulinaforscher an unserer Seite, der bereits praktische Erfahrung in der Spirulinazucht in Kisumu und Mombasa und Zugang zur Startkultur hat. Wir freuen uns sehr, dass diese beiden strategisch sehr wertvollen Partner unsere Vision teilen und gemeinsam realisieren wollen.

Fundraising

Durch Wettbewerbsgewinne, Spendenaufrufe und Eigenmittel konnten wir genug finanzielle Mittel aufbringen, um ein erstes Pilotprojekt zu finanzieren. Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bei all unseren Spendern und den Gründerwettbewerben für ihr Vertrauen!

Auslandseinsatz

Mitte April bis Anfang Mai waren vier unserer Projektmitglieder für 3 Wochen in Turkana, Kenia. Wir reisten nach Nariokotome an den Turkana-See zu Pater Avelino und seiner Missionsstation. Das Leid der Menschen vor Ort traf uns sehr und war schlimmer als erwartet. Nicht nur, dass es bis auf Ziegenfleisch, Fisch, Maismehl, grüne Bohnen, Reis, Spaghetti, Wassermelonen, Tomaten, Zwiebeln, Moringa, Zucker und Salz sonst überhaupt keine Lebensmittel gibt und diese auch nur sehr begrenzt, sondern vor allem wie stark die Mangelernährungserscheinungen mit bloßem Auge zu sehen waren, machte uns sehr zu schaffen.

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Man erkennt bei diesem Jungen die Mangelernährung direkt an den gelben Augen, der verformten Nase, den geringentwickelten Fettpolstern im Wangenbereich und den eingerissenen Mundwinkeln. Derartige Erscheinungen konnten wir nur zu oft beobachten. Ebenso sind Ekzeme im Backenbereich häufig. Ca. 23% der Kinder erreichen nicht das 5. Lebensjahr, was sehr stark mit der Mangelernährung zusammenhängt. Zudem erfuhren wir von vier sehr desaströsen Trends in Turkana. Zuerst gibt es eine aggressive Pflanze namens Prosopis Juliflora, welche von Ziegen gegessen wird und sich sehr massiv verbreitet. Tatsächlich führt sie bei Ziegen nach ca. sechs bis neun Monaten zu einer schleichenden Vergiftung. Des Weiteren gibt es ein enormes Überfischungsproblem, da die Fischer immer kleinere Netze verwenden, um überhaupt noch ausreichend Fangertrag zu haben, was der Fischpopulation noch mehr zu schaffen macht. Drittens werden in Äthiopien Staudämme gebaut, der Turkana-See trocknet zudem weiterhin aus, was den Fischfang enorm gefährdet. Viertens die langanhaltende Dürre. So konnten wir viele ausgehungerte und verhungerte Ziegen beobachten.

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Nach einer ausführlichen Analyse der Gesamtsituation mitsamt einer Marktstudie und umfangreichen Einwohnerbefragungen erkannten wir, dass es absolut notwendig ist, neue Nahrungsquellen zu erschließen und den Menschen die Perspektive zu geben, in der Landwirtschaft gesunde Lebensmittel anzubauen und sich selbst dadurch zu versorgen. Somit bestellten wir das Material, um die ersten Becken zu bauen. Als wir herausgefunden hatten, dass es aufgrund von Termiten es sehr ungeeignet ist, Becken aus Holz zu bauen, entschieden wir uns für Betonbecken. Dies ist zwar dreimal so teuer, aber deutlich nachhaltiger und die einzige Lösung für die Region. Somit errichteten wir drei Zuchtbecken mit je 50 Quadratmeter Zuchtfläche. Nach den sehr anstrengenden und langwierigen Bauarbeiten setzten wir die Startkultur gemeinsam mit Alfred, dem kenianischen Spirulinaforscher, ein.

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Bereits nach wenigen Tagen war das Wachstum mit bloßem Auge deutlich zu sehen. Es bildet sich immer mehr Masse in einem erstaunlichen Tempo. Die Einheimischen hat das sichtlich begeistert. Tatsächlich wächst hier etwas! Sie haben es gleich probiert und empfanden den Geschmack als wohlschmeckend.

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Die Einheimischen gaben Spirulina gleich den Kindern zum Trinken. Hier sieht man einen Jungen, der an Mangelernährung leidet und nun Spirulina trinken kann. Wir hoffen, dass er und viele weitere dadurch langfristig Besserung erfahren.

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Hier sieht man Augustine mit seinem Sohn. Augustine ist absolut von Spirulina überzeugt und will so bald wie möglich selber als Spirulinabauer tätig werden, um sich und seinen Sohn mit diesem Superfood zu versorgen. Die Begeisterung und Unterstützung der Einheimischen war völlig überwältigend und alle sind daran interessiert, das Projekt weiter voranzutreiben und größer zu machen, um möglichst vielen Menschen in Turkana Zugang zu diesem Superfood zu geben. Gemeinsam wollen wir durch Spirulinazucht Mangelernährung nachhaltig bekämpfen!

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Weitere Bilder findest du in unserer Galerie. Wenn du Thriving Green unterstützen möchtest, nimm gerne Kontakt zu unserem Team auf, hilf uns mit einer Spende oder empfehle uns weiter. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit dir Mangelernährung nachhaltig durch Spirulinazucht zu bekämpfen!

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